Israelischer «Sicherheitszaun» soll mitten durch das Gelände eines armenischen Klosters gehen
Jerusalem, 30.7.02 (KAP) Das armenisch-apostolische Patriarchat von Jerusalem hat in scharfer Form bei den israelischen Behörden gegen die Beschlagnahme von armenischem Kirchengrund protestiert, auf dem ein Teil des «Sicherheitszauns» zwischen Israel und den Palästinensergebieten errichtet werden soll. Das Patriarchat wird zum israelischen Obersten Gerichtshof gehen.
Wie Pater Pakrad Bourjekian vom armenischen Patriarchat im Gespräch mit der «Jerusalem Post» erklärte, soll der «Sicherheitszaun» aus Beton zwischen Jerusalem und den palästinensischen Nachbarstädten Bethlehem und Beit Jala auch durch das Grundstück eines armenischen Klosters nördlich vom Ökumenischen Zentrum Tantur in der Nähe des Rachel-Grabs gehen. Auf dem ausgedehnten Gelände des Klosters befinden sich Gräber und uralte Olivenbäume.
Im Mai des Vorjahrs war die israelische Armee auf das Klostergelände vorgedrungen und hatte dabei das Konventgebäude beschädigt. Im heurigen April zog die Armee eine Schneise durch das Gelände, wobei Gräber zerstört und Olivenbäume entwurzelt wurden; auf dieser Schneise soll der «Sicherheitszaun» entstehen.
Das Patriarchat hatte der Armee vorgeschlagen, den «Sicherheitszaun» etwas weiter südlich zu errichten, entlange eines Weges, der das Kloster vom palästinensischen Flüchtlingslager Aida trennt. Daraufhin beschlagnahmte die Armee einen Teil des Klostergeländes «aus Sicherheitsgründen».
Kathpress
30. juli 2002